Offener Brief an die Schulleitung der Max-von-Laue-Schule
Sehr geehrte Damen und Herren,
für die heutige Veranstaltung, die Schulführung und vor allem für das große Engagement Ihrer Schülerinnen und Schüler möchte ich mich ausdrücklich bedanken.
Es war eine interessante, lebendige und hervorragend vorbereitete Begegnung. Im Mittelpunkt standen die Themen Klimaschutz, Bildung sowie politische und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Dabei wurden auch die unterschiedlichen Ansätze der Parteien deutlich.
Zwei Themen kamen aus meiner Sicht allerdings zu kurz: Wohnen und Sicherheit.
Bezahlbarer Wohnraum entscheidet darüber, ob junge Menschen nach Schule, Ausbildung oder Studium eine Perspektive in unserer Stadt haben. Und Sicherheit darüber, ob sie sich im eigenen Kiez, auf dem Schulweg, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder abends auf der Straße frei und ohne Angst bewegen können.
Wenn diese Probleme im unmittelbaren Umfeld Ihrer Schule kaum eine Rolle spielen, kann man darüber froh sein. Für viele junge Menschen und Familien in Berlin und auch in unserem Bezirk bestimmen sie jedoch ganz konkret den Alltag.
Auch beim viel diskutierten Klimaschutz sollte die Frage nach den Grenzen politischen Engagements nicht fehlen. Wir haben in Steglitz-Zehlendorf selbst erlebt, wohin eine solche Radikalisierung führen kann: Die sogenannte Vulkangruppe, die dem linksextremistischen, öko-anarchistischen Spektrum zugerechnet wird, legte Anfang Januar dieses Jahres mit einem Anschlag die Stromversorgung lahm und griff damit unmittelbar unsere kritische Infrastruktur an. Bis zu fünf Tage ohne Strom und ohne Heizung – damit wurden erhebliche Gefahren für Gesundheit und Leben der betroffenen Menschen in Kauf genommen
Wer dafür zehntausende Menschen ohne Strom und Heizung zurücklässt und ihre Sicherheit gefährdet, betreibt keinen legitimen Protest mehr. Auch diese Seite der Debatte gehört für mich zu einer offenen politischen Bildung.
Eine Sorge, die mir dreimal begegnete
Besonders aufgefallen ist mir, dass ich von Schülerinnen und Schülern gleich dreimal in unterschiedlicher Form gefragt wurde:
Warum will die AfD Ausländer abschieben? Sollen Millionen Menschen abgeschoben werden? Könnte ich selbst davon betroffen sein?
Dass junge Menschen diese Sorge haben, nehme ich ernst. Meine Antwort darauf war eindeutig:
Entscheidend ist nicht, woher jemand oder seine Eltern stammen, wie jemand aussieht oder welchen Namen er trägt. Ein deutscher Staatsbürger ist deutscher Staatsbürger. Und wer sich als Ausländer rechtmäßig in Deutschland aufhält, ist nicht deshalb ausreisepflichtig, weil er Ausländer ist.
Unsere Forderung richtet sich auf die Durchsetzung des geltenden Aufenthaltsrechts und die Rückführung von Menschen, die nach rechtsstaatlichen Verfahren kein Aufenthaltsrecht haben und vollziehbar ausreisepflichtig sind.
Das ist etwas grundlegend anderes als die Behauptung, Millionen rechtmäßig hier lebender Menschen oder deutsche Staatsbürger mit ausländischen Wurzeln sollten allein wegen ihrer Herkunft abgeschoben werden. Wer dies behauptet, gibt unsere Position nicht zutreffend wieder – sei es aus mangelnder Information oder weil damit andere politische Interessen verfolgt werden.
Warum nicht jedes Jahr?
Gerade Schule sollte der Ort sein, an dem solche Aussagen geprüft und unterschiedliche politische Positionen miteinander verglichen werden.
Zum Abschluss möchte ich noch eine Anregung geben: Warum findet eine solche Veranstaltung nicht jährlich statt?
Vor Wahlen kommen Politiker, beantworten Fragen und erklären, was sie verändern wollen. Spannend wäre es, ein Jahr später nachzufragen:
Was wurde versprochen – und was wurde tatsächlich erreicht?
Daraus könnte über die fünfjährige Legislaturperiode ein politischer Rapport entstehen. Schülerinnen und Schüler würden Politik nicht nur vor einer Wahl erleben, sondern über Jahre verfolgen und die handelnden Personen an ihren eigenen Aussagen messen.
Das wäre für mich politische Bildung im besten Sinne: zuhören, nachfragen, überprüfen und selbst urteilen.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen, unsere Positionen und Programme nachzulesen. Entscheidend sollte nicht sein, was andere über eine Partei behaupten, sondern was sie tatsächlich vertritt.
Wahlprogramm der AfD Berlin zur Abgeordnetenwahl 2026
AfD Steglitz-Zehlendorf – Informationen und Positionen für unserem Bezirk
Für die heutige Veranstaltung, Ihre Gastfreundschaft und besonders für das Engagement Ihrer Schülerinnen und Schüler nochmals meinen herzlichen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Peer Döhnert
